1. die Einreise

Die Fahrt von Deutschland nach Norwegen ist am Besten über Dänemark möglich. Von dort aus gibt es unzählige Möglichkeiten mit der Fähre nach Norwegen zu fahren, zum Beispiel nach Oslo oder wer weiter in den Westen möchte zum Beispiel nach Bergen. Wer seekrank wird oder grundsätzlich Fähren vermeiden möchte, kann auch über Land nach Norwegen gelangen. Hierzu muss man sich jedoch bewusst machen, dass der Landweg keinesfalls günstiger ist. Für die Überfahrt der Brücken bei Kopenhagen und Malmó fallen Mautgebühren an. Diese betragen über 80 EUR. Rechnet man dann noch den Sprit dazu, ist man wohl kaum günstiger als das Fährticket. Da Norwegen nicht zur Europäischen Union gehört aber ein Teil des Schengener Abkommen ist, ist die Einreise ganz einfach mit Personalausweis möglich. 

Wenn du mit Hund reist, bitte unbedingt an den Impfpass denken und die notwendigen Impfungen wie zum Beispiel gegen Tollwut durchführen lassen. Wichtig ist, dass die Tollwutimpfung mindestens 21 Tage vorher durchgeführt wurde und in den letzten 5 Tagen vor Einreise eine Wurmkur von einem Tierarzt bestätigt wird. Bei der Einreise mit Hund ist es wichtig diesen anzumelden. Das bedeutet, dass du dich beim Zoll in der roten Schlange (something to declare) anstellen musst, damit der Hund dort überprüft wird. Nach Sichtung der Papiere, wurde zusätzlich noch der Chip ausgelesen. 

2. die Währung

In Norwegen wird mit der norwegischen Krone bezahlt. 1 Euro sind circa 9,7 Nok (stand 2018). Geld abholen kannst du fast überall mit deiner Kreditkarte oder deiner Bankkarte. Bezahlen mit Kreditkarte wird fast überall akzeptiert und gerne gesehen. Geld in Deutschland wechseln ist nicht notwendig, vor allem weil hier noch zusätzliche Gebühren der Banken anfallen. Wir haben uns am Anfang des Urlaubes in Norwegen an einer Bank etwas Bargeld abgeholt für den Notfall, ansonsten haben wir immer mit Kreditkarte bezahlt. Diese sollte unbedingt vorhanden sein.

3. Maut

Für viele Tunnel, Brücken und Streckenabschnitte zahlt man in Norwegen eine Maut. Das angenehme dabei ist, dass man hierfür nicht mal anhalten muss. Anders als in beispielsweise in Italien gibt es in Norwegen keine Mautstationen, sondern es wird automatisch abgerechnet. Dabei wird jedes Fahrzeug durch spezielle Kameras elektronisch erfasst und der Fahrzeughalter erhält eine Gebührenrechnung von Euro Parking Collection (EPC). Vor der Reise kann man sein Fahrzeug online bei EPC registrieren und ein persönliches Konto einrichten. Das bringt den Vorteil, dass man seine Rechnungen leichter verwalten, Fälligkeitstermine einsehen und Zahlungen vornehmen kann.  Ein Kundenkonto zu erstellen ist jedoch keine Pflicht. Wer dies nicht möchte kriegt seine Rechnung irgendwann per Post zugeschickt. Für längere Aufenthalte als Tourist (2 Monate bzw. 56 Tage) empfiehlt sich ein AutoPASS-Chip, bei dem die Maut häufig günstiger ist. 

4. die Sprache

Natürlich wird hier norwegisch gesprochen, wobei englisch auch nahezu jeder sprechen kann.  Wer einfaches Schulenglisch kann, sollte in Norwegen zumindest zu Recht kommen. Zur Not empfehle ich dir eine Sprachapp auf dein Handy zu laden, um im Zweifel mit paar Wörtern sowie Hand und Fuß kommunizieren zu können. Norwegisch liest sich wie ich finde ganz gut, einige Wörter sind der deutschen Sprache gar nicht so weit entfernt und man kann sich zumindest denken was gemeint ist. Das hilft besonders im Straßenverkehr weiter.

5. das Essen

In Norwegen kann man – welch Überraschung – leckeren und frischen Fisch essen. Besonders in den Küstenstädten wie zum Beispiel Bergen, findet man am Hafen einige Fischstände mit Fisch zum zubereiten für Zuhause oder direkt zum Essen. Norwegen bietet aber noch so viel mehr. Das Land ist auch was das Essen angeht sehr multikulturell ausgelegt. In den Großstädten findet man viele internationale Restaurants – egal ob die amerikanischen Klassiker oder eine anständige italienische Pizza, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Natürlich gibt es auch einige norwegische Spezialitäten, die man probiert haben sollte. Grundsätzlich sind die Restaurantpreise zu den Preisen in Deutschland etwas teurer für vergleichbare Speisen. Für ein einfaches Gericht, mit kleiner Vorspeise und Getränken muss man ca. 60 EUR ausgeben. In Deutschland bezahlen wir maximal 40 EUR.  

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Wer es süß mag, den empfehle ich die unzähligen Cafe`s und Konditoreien zu besuchen. Besonders angetan hat es mir ein norwegisches Zimtgebäck, welches man einfach probiert haben muss. 

Lebensmittel sind im Vergleich deutlich teurer als in Deutschland. Um Geld zu sparen, haben wir bereits einige Lebensmittel und Getränke auf Vorrat für den Urlaub gekauft und nur frische Lebensmittel in Norwegen besorgt. Mit unserer Kochfläche und unserem Omnia Backofen konnten wir somit leckere und preiswerte Gerichte zaubern. 

6. die Menschen

Ganz ehrlich, die Norweger sind toll. Total offen, herzlich und hilfsbereit. Egal mit wem oder in welchen Situationen, man hatte immer das Gefühl das die Norweger sehr zutraulich und freundlich sind. Da kann es schon mal sein, dass man vor dem Supermarkt angesprochen wird und man heimatliche Geschichten erzählt bekommt. Norweger sind sehr interessiert daran, woher man kommt und was man an Norwegen gut findet. 

7. Camping in Norwegen

Camping ist in Norwegen weit verbreitet und es gibt an den beliebten Ortschaften und Sehenswürdigkeiten genügend Möglichkeiten zu campen. Einige Campingplätze  sind jedoch saisonabhängig betrieben. Als wir Mitte September nach Norwegen gefahren sind, mussten wir immer wieder umdisponieren, weil einige Campingplätze bereits in die Winterpause gestartet sind. ACSI ist in Norwegen wenig verbreitet und wird meist nur für bestimmte Plätze akzeptiert. Da wir in Norwegen auf bestimmte Campingplätze nahe bestimmter Städte oder Sehenswürdigkeiten  wollten, gab es für uns keine Möglichkeiten unsere ACSI Card zu nutzen. 

Die ADAC Camping Card ist in Norwegen nirgends ein Muss gewesen, ggf. bekommt man etwas Rabatt. Für die Anmeldung wurde überall ein Personalausweis akzeptiert und gezahlt haben wir immer im Vorhinein mit unserer Kreditkarte. Im Durchschnitt haben wir für die Campingplätze in der Nebensaison ca. 35 EUR pro Nacht gezahlt. Hunde waren oftmals inklusive und gerne gesehene Gäste. 

Da die Skandinavier gerne große Wohnwagen und Wohnmobile fahren, sind die Campingplätze geräumig und es gibt sowohl Wiesenplätze als auch Plätze mit festem Untergrund. Die Sanitäranlagen der Campingplätze sind immer sehr sauber und modern gewesen und entsprechen mindestens dem deutschen Standard, wenn nicht sogar besserem Standard. Einige Campingplätze nutzen Duschmarken oder Chipkarten für Ihre Duschen, sodass man bei Check-In die Anzahl der Duschmarken bestimmen und dafür bezahlen muss. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir beim Auschecken die übrig geblieben Marken problemlos zurückgeben und auch das Rückgeld hierfür bekommen haben. 

Was uns besonders gut gefallen hat, ist dass die Küchen auf den Campingplätzen sehr gut ausgestattet sind. Man konnte nicht nur seinen Spül erledigen, sondern auch, wenn man dies nicht im Wohnmobil machen kann, auch wunderbar in den Campingküchen kochen. Diese waren eigentlich überall mit Herd, Backofen und Mikrowellen ausgestattet. Wenn man somit keine Kochmöglichkeit hat oder ggf. nicht die Gerüche im Gefährt mag, kann bequem in den Küchen kochen, dort essen und auch direkt dort alles wieder abspülen. Sehr schön, da könnten sich die deutschen Campingplätze noch etwas von abschneiden. Besonders für die Zeltcamper sind solche Kochmöglichkeiten optimal. Auch Chemietoiletten, Abwasserentsorgung und Hundeduschen gehören zum Standard der Campingplätze.

7.1 die Stellplätze

Wer nicht auf den Campingplätzen übernachten oder einfach nicht so viel Geld ausgeben möchte hat in Norwegen Glück. Hier gilt das Jedermanns Recht, was einen befugt überall übernachten zu dürfen. Ausgenommen sind jedoch Privatgrundstücke. Dieses Jedermanns Recht gilt jedoch offiziell für nicht motorisierte Camper, das bedeutet jeder kann mit einem Zelt in der Wildnis übernachten. Wohnmobile und Wohnwagen betrifft dies nicht, werden aber in der Regel geduldet, wenn man sich ordentlich verhält. Uns persönlich war dies zu riskant, vor allem weil wir immer die Begegnung mit Bären oder Elchen befürchtet haben. Um teilweise näher an Städten zu sein oder etwas Geld zu sparen, kann man auf Stellplätze zurückgreifen. Diese sind zwar oftmals ohne Strom oder Sanitäranlagen, aber für eine Nacht mit Wohnmobil vollkommen ausreichend. Einen  besonders tollen Stellplatz findet man in Kristiansand. Die umliegenden Campingplätze haben uns wegen ihrer schlechten Bewertung nicht überzeugt und waren zur Stadt hin weiter weg. Durch Zufall haben wir dann den Stellplatz gefunden, für den wir für eine Nacht ca. 18 EUR bezahlt haben. Somit die günstigste Schlafmöglichkeit auf unserer Norwegentour, mit der mit Abstand besten Aussicht vom Bett aus. 

8. Wandern in Norwegen

Für jeden Wanderfreund in Norwegen ein Paradies. Kilometerweite Wälder, Nationalparks und traumhafte Berglandschaften. Die Landschaft Norwegen hat einiges zu bieten und ermöglicht dir, egal ob als Anfänger oder als Hardcore-Wanderfreund, die wundervolle Natur zu genießen. Sehr bekannt sind die vielen Wandermöglichkeiten an den Fjorden im Südwesten von Norwegen. Wir selbst sind den Preikestolen hochgewandert. Das tollste, aber auch anstrengendste Wandererlebnis welches wir bisher hatten. In Norwegen muss man sich jedoch gut vorbereiten. Festes Schuhwerk, regenfeste Kleidung und genügend Proviant gehört zur Grundausstattung dazu. Auf den Berglandschaften oder in den Nationalparks gibt es selten Hütten, man trifft nur auf Natur und vielleicht noch andere Wanderer. Gut, am Preikestolen trifft man auf tausende andere Wanderfreunde, aber trotzdem ist man vollkommen auf sich alleine gestellt.

9. Hunde in Norwegen

Zu den strengen Einreisebestimmungen habe ich dich bereits oben informiert. Ansonsten ist Norwegen ein sehr hundefreundliches Land. Die Campingplätze erlauben Hunde, es gibt genügend Hundegassiwege, oftmals gibt es Hundetoiletten und –duschen. Das tolle ist, dass Hunde auf den Campingplätzen nicht extra kosten. Allerdings besteht überall eine Leinenpflicht und selbstverständlich sollten die Hinterlassenschaften deines Hundes weg geräumt werden. 

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In Restaurants sind Hunde grundsätzlich nicht erlaubt. In Oslo durften wir in einigen Restaurants auch nicht auf der Außenterrasse mit Hund speisen. Wenn man jedoch nett fragt, erlauben einige Restaurants den Hund mit in ihr Lokal zu bringen, besonders wenn es sich um kleine Hunde handelt. 

Norweger scheinen grundsätzlich Hunde sehr zu mögen, besonders wenn es um bestimmte Rassen geht. Unseren Schnauzer haben einige Norweger erkannt und das Gespräch gesucht, um selbst über ihre Vierbeiner zu sprechen. 

10. das Wetter

Das Wetter in Norwegen ist speziell. Wir sind im September nach Norwegen gefahren und man merkte schon, dass es herbstlicher wurde. Nach dem sehr trockenen Sommer in Europa, der auch nicht vor Norwegen Halt gemacht hat, wurde es im September sehr regnerisch. Trotzdem hatten wir immer wieder Glück auch gutes und sonniges Wetter zu bekommen. Was jedoch bemerkenswert ist, dass das Wetter nicht sehr beständig ist. In einem Moment strahlendblauer Himmel, plötzlich starker Regenschauer. Dieses Wetter bestimmte unsere gesamte Norwegentour. 

So vielseitig die Natur in Norwegen ist, so vielseitig ist auch das Wetter. Bei unserer Rundfahrt im Süden des Landes haben wir die verschiedensten Jahreszeiten innerhalb von zwei Wochen erlebt. In Kristiansand hatten wir noch etwas Sommer, im Stavanger und Bergen war es herbstlicher und am Hardangarvidda wurde es plötzlich ganz schön winterlich. Deshalb gut, dass wir so vorausschauend waren und mit Winterreifen nach Norwegen gefahren sind. Sicher ist sicher. Genügend Gasflaschen sollte man deshalb auch einpacken. Bloß nicht an der falschen Ecke sparen 😉

Ich hoffe unsere Hinweise sind dir eine gute Hilfe für die Planung deines Norwegenurlaubes. Wenn dir noch weitere Dinge einfallen, lasst uns doch gerne einen Kommentar da oder schreib uns eine E-Mail. 

Dein Wohnmobilkind

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10 Dinge, die du über Norwegen wissen solltest
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