Am Rand des Hardangervidda und Einsamkeit in Hallingdal

Zwischenstopp am Voringsvossen Wasserfall

Um nach Oslo zu gelangen mussten wir ein ganzes Stück von der Westküste zurück in den Osten. Hierfür war eine lange Strecke notwendig. Wir beschlossen hierfür noch eine Nacht in Hallingdal zu verbringen, in der Stadt Ål. Die Strecke bis dorthin war laut Navi bereits mit ca. 5 Stunden eine ordentliche Strecke, sodass wir uns zeitig auf den Weg machten. Denn natürlich wollten wir auf dem Weg auch noch die Landschaft bewundern, sodass wir genügend Zeit benötigten. 

Ungefähr auf der Hälfte der Strecke nach Hallingdal, kamen wir in Eidfjord an, wo wir uns den Voringsvossen Wasserfall anschauen wollten. Hier gibt es die Möglichkeit den Wasserfall von unten zu betrachten oder von oben an einem Aussichtspunkt. Da die Aussicht unten nur über eine kleine Wanderstrecke zu erreichen ist und das Parken am Wanderstartpunkt etwas erschwert ist, entschieden wir uns wegen der anstehenden Fahrt dagegen. So parkten wir erst an einem riesigen Parkplatz, wo wir quasi direkt über den Wasserfall standen. Der Weg vom Parkplatz dauert nur wenige Minuten zu Fuß und führt über einen felsigen naturbelassenen Pfad direkt am Abgrund. Ohne Abgrenzung auf den nassen Felsen, war uns hier schon etwas mulmig zu Mute. Dennoch war die Aussicht wunderschön und lohnenswert.

Um den gesamten Wasserfall zu sehen, beschlossen wir noch ein Stück weiter zu fahren auf den großen Aussichtspunkt. Dieser befindet sich am Hotel Fossli, wo man auch super parken kann. Hier war es natürlich etwas voller, aber tatsächlich nicht so, dass wir uns gar nicht durch schieben konnten. Von hier aus blickte man direkt auf den Wasserfall und auf den Aussichtspunkt, an dem wir eben noch standen. Die Aussicht auf den Wasserfall und die umgebende Landschaft ist atemberaubend schön. 

Am Rand des Hardangervidda

Nachdem wir entspannt die Gegend vom Aussichtspunkt aus angeschaut hatten, setzten wir die Fahrt fort. Wir folgten der angenehmen Landstraße. Nachdem wir saftige grüne Berglandschaften in den Fjorden bewundern konnten, wurde es in der Gegend um Eidfjord sehr herbstlich. Wunderschöne gelb-, orange- und Brauntöne strahlten uns entgegen. Als wir am Rand des Hardangervidda ankamen, wurde es auf den Straßen leerer und plötzlich deutlich kälter. Gut, dass wir so schlau waren Winterreifen drauf zu haben. Denn die Kälte wurde – je weiter wir fuhren- irgendwann zu Schnee am Fahrbandrand. Wo wir einige Tage vorher noch in Kristiansand noch puren Sonnenschein und in Jeansjacke durch die Straßen gelaufen sind, waren es plötzlich nur noch 2 Grad Celsius. 

Die Straßen waren jedoch alle frei und weiterhin gut befahrbar und relativ schnell, war dieser Schneeabschnitt passiert und es wurde wieder herbstlich. Hätten wir mehr Zeit gehabt wären wir sehr gerne in dieser Gegend geblieben, vor allem weil der Hardangervidda als Wanderparadies gilt. Die Hardangervidda ist ein Plateaufjell in Norwegen und die größte Hochebene Europas. Sie hat eine Fläche von zirka 8.000 km². Hier gibt es übrigens auch jede Menge wilde Rentiere zu sehen. Definitiv ein Ziel, wenn wir mal mehr Zeit nach Norwegen mitbringen. 

Hallingdal in Ål – Fast am Ziel unserer Südnorwegentour

So langsam stellten wir uns wieder auf die Heimfahrt nach Hause ein. Da wir jedoch in einer Broschüre auf den Campingplatz Hallingdal stießen, beschlossen wir für den letzten Aufenthalt vor Oslo, hier noch eine Nacht zu verbringen. Der Campingplatz von Hallingdal bietet viele Freizeitmöglichkeiten, u.a. einen Hochseilgarten, Minigolf und Indoorspielplatz. Was erstmal ganz cool klingt, enttäuschte uns dann jedoch bei der Ankunft. Durch die Nebensaison waren wir bis auf zwei weitere Camper quasi alleine auf dem Campingplatz. Der Kletterpark war nicht in Betrieb, Minigolf war jedoch möglich. Bis auf eine Horde Kinder einer Klassenfahrt, die in den Bungalows übernachteten, regelrecht ausgestorben. Der Campingplatz ist sehr gepflegt und wirkt auch sehr neu, auch die Lage am Fluss ist bestimmt vor allem im Sommer und Frühjahr eine schöne Umgebung. 

Trotzdem versuchten wir das Beste aus der Situation zu machen. Wir machten mit Monty einen kleinen Spaziergang Richtung Dorf, welches zu Fuß ungefähr in 20 Minuten erreichbar war. Ål hat wahrlich nicht viel zu entdecken, zum Bummeln und Einkaufen hat sich der Weg dorthin aber definitiv gelohnt. Außerdem müssen es ja nicht immer die Touristenattraktionen sein, um ein Land zu entdecken. Auf dem Weg ins Dorf haben wir zum Beispiel eine wunderschöne Kirche entdeckt und konnten auch ein nettes Gespräch mit einem Einheimischen führen, der uns über seinen Hund erzählte, als er Monty sah. 

Wenn ihr schon in Ål zufällig vorbei kommt, solltet ihr in Gol unbedingt die Stabkirche anschauen. Diese ist zwar mittlerweile nur ein Nachbau und wird als Museum geführt, aber bewundernswert ist die Architektur schon .Das Original steht heute in Oslo. 

Fazit 

Das waren die letzten Stopps unserer Norwegenrundreise, ab jetzt ging es zurück nach Oslo und Bogstad um, dann wieder über Schweden und Dänemark nachhause zu fahren. Die Tour von Bergen nach Oslo war definitiv die St recke mit den meisten Überraschungen, positiv als auch negativ! Dennoch hat uns auch hier wieder die Landschaft vollkommen aus den Socken gehauen, vor allem weil es nicht vergleichbar mit den Landschaften in den Fjorden oder in Kristiansand ist. Unsere Südnorwegentour ist für Einsteiger besonders empfehlenswert! Lies dir hier unsere andere Stopps nochmal durch.

Dein Wohnmobilkind

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