Es ist wieder so weit, der Urlaub steht kurz bevor und als Camper überlegt man final, wo soll es hingehen. Wir hatten für unseren Urlaub zwei Wochen Zeit, daher stand für uns fest, wir wollten nicht zu weit fahren, aber auch die Sonne genießen können. Da wir absolute Kroatienfans sind, war klar, dass es auch wieder dort hingehen sollte. Ich erinnerte mich an meine Kindheit und die vielen Sommerurlaube, die wir in Rovinj verbracht hatten. Also stand es fest, Rovinj wir kommen!

Die Route

Da wir aus Nordrhein-Westfalen kommen, legten wir einen Zwischenstopp in Mauterndorf, Österreich ein. Hier verbrachten wir zwei Nächte, um mit wandern und guter Bergluft den Kopf frei zu kriegen. Alles weitere hierzu kannst du hier lesen. 

Die Route nach Rovinj führte unseren Weinsberg über die Grenze bei Villach nach Slowenien. Sowohl in Österreich als auch in Slowenien benötigt man eine Vignette, welche wir uns vor den Grenzen gekauft haben. Für Österreich gibt es 10 Tages-Vignetten (2x 9 EUR) für Hin- und Rückfahrt), für Slowenien 1-Monats-Vignetten (Kosten: 30 EUR). Zusätzlich kamen in Österreich noch Kosten für die Durchquerung des Karawankentunnels (Kosten: 7-10 EUR) dazu. Den Tunnel hätte man auch umfahren können, das war uns dann aber ein zu großer Umweg über die Serpentinen Österreichs. 

Direkt nach dem Karawankentunnel befindest du dich an der slowenischen Grenze. Da wir in der Nebensaison am Ende der bayrischen Sommerferien reisten, gab es glücklicherweise kein großes Verkehrsaufkommen. Die zweistündige Durchfahrt durch Slowenien verlief problemlos und die Autobahnen sind unserer Meinung nach ihr Geld wert. In Kroatien fielen noch weitere Kosten für die Nutzung der Autobahnen an. Bezahlen muss man beim Abfahren der Autobahnen an den Mautstellen. Toll ist, dass man sowohl bar in Euro oder Kuna zahlen kann, aber auch per Karte. Man muss jedoch beachten, dass man bei einer Barzahlung, das Rückgeld in Kuna zum Umrechnungskurs erhält. 

Nach circa 5 stündiger Fahrt inklusive Pausen waren wir in Rovinj auf dem Campingplatz Polari angekommen. Trotz Nebensaison erlebten wir die erste Enttäuschung – kein Stellplatz direkt am Wasser. So ein Mist! Aber wir sind ja flexibel – daher gaben wir uns auch mit der dritten Reihe zufrieden. Unseren Weinsberg abgestellt, Keile drapiert, Strom dran – fertig! Der Urlaub konnte beginnen. 

Der Campingplatz

Angekommen entspannen wir erstmal auf dem Platz und machen nachmittags unseren traditionellen Campingplatz-Erkundungsspaziergang. Unser Hund Monty braucht ja auch mal Auslauf und wir ebenso. Wie bereits beschrieben war ich in meiner Kindheit öfters auf diesem Campingplatz und ich versuchte mich an alle Ort zu erinnern, aber es hat sich viel verändert. 

Der Campingplatz Polari ist ein riesiges Gelände, auf dem man im Wohnmobil, Wohnwagen, Zelt und Mobilheime seinen Urlaub verbringen kann. Die Stellplätze sind gut ausgestattet und man hat die Qual der Wahl zwischen sonnigen oder schattigen Plätzen sowie die Nähe zum Meer. Er verfügt über ein neu gebautes Freizeitbad, Open-Air Bühne sowie viele weitere Freizeitmöglichkeiten für Kind und Manneskind. Vor dem Campingplatz gibt es sogar eine kleine Go-Kart-Piste. Ich sag ja für den Mann ist was dabei 😀

Neben richtigen Badestränden (Hunde verboten!) gibt es auch unzählige weitere Möglichkeiten ins Meer zu hüpfen. Das mussten wir auch direkt machen, die Sonne knallte an diesem Tag besonders. 

Unsere Freizeitaktivität am Platz

Zack in die Badeklamotten und ja nicht die Badschuhe vergessen, dann das kühle Nass genießen. Badeschuhe in Kroatien sind wichtig, da man sich so vor den Steinen und Felsen im Wasser sowie vor Seeigeln schützen kann. Das Wasser ist im September noch angenehm kühl und eine Runde  mit der Luftmatratze am kilometerweiten Strand macht eine Menge Spaß. 

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Soviel Badespaß macht dann aber auch hungrig – und wir sind generell hungrig auf kroatisches Essen. Zum Glück gibt es nicht weit von unserem Stellplatz entfernt einen kleinen Imbiss auf dem Campingplatz, in dem es nebenan auch einen kleinen Supermarkt gibt. Erstmal eine Portion Cevapcici und eine kleine Pizza muss also sein. 

Am nächsten Morgen mussten wir feststellen, dass der Supermarkt jedoch nicht gut bestückt war, was wahrscheinlich an der Nebensaison lag. Allerdings schon merkwürdig, da der Campingplatz gut besucht war. Das pappige Brötchen, welches mein Mann noch ergattert hatte, war leider nicht genießbar, weshalb er sich auf sein Fahrrad schwang und die nächsten Bäckereien bzw. Supermärkte auf dem Campingplatz ansteuerte. Eine gut besuchte Bäckerei gibt es noch im Anlegehafen des Campingplatzes und ein Supermarkt an der Rezeption. 

Gut, dass wir unsere Fahrräder dabei hatten, ohne ist man auf dem hiesigen Gelände irgendwie ganz schön aufgeschmissen. Falls man sein Fahrrad doch zuhause gelassen hat, kann man sich jedoch auf dem Campingplatz auch kleine Elektroroller ausleihen. Zumindest waren die Backwaren genießbar und wir konnten doch noch was frühstücken. Ein weiterer Supermarkt befindet sich noch in der Nähe des Schwimmbads. Hier gab es das nötigste – natürlich überteuert – einzukaufen. Jedoch merkte man auch hier, dass es Nebensaison war; viele Regale und Tiefkühltruhen waren leer. 

An diesem Tag nahmen wir uns vor, dass Freibad des Campingplatzes auszuprobieren. Beim kroatischen Meer braucht man eigentlich kein Schwimmbad, aber zwischendurch kann es ja mal nett sein. Wir sind bewusst am späten Nachmittag hin, damit es was ruhiger ist. Die Anlage wurde erst vor einigen Jahren gebaut und macht einen ganz soliden Eindruck. Es gibt mehrere Bereiche und Becken, leider war der hintere Teil des Schwimmbades komplett abgesperrt. Wahrscheinlich auch wieder wegen der Nebensaison. Ansonsten gibt es jede Menge Liegen und auch ein Babybecken, das Freibad wirkt gepflegt und sauber. Zur Abwechslung oder besonders für Kinder daher eine schöne Alternative zum Meer. Länger als eine halbe Stunde haben wir es jedoch dort nicht ausgehalten, das Meer ist doch spannender für uns. 

Am Abend hatten wir uns vorgenommen etwas essen zu gehen. Daher steuerten wir mit unserem Hund einer der Konobas vor dem Campingplatz an. Konobas sind kleine Restaurants mit typischen kroatischen Gerichten. Leider wurden wir enttäuscht weg geschickt. Wegen der Nebensaison hat man anscheinend nicht mit vielen Gästen gerechnet und nur paar Tische aufgestellt und wenig Personal eingesetzt, sodass man entweder auf eine spätere Uhrzeit vertröstet wurde (auf gut Glück) oder ganz weg geschickt wurde. Wir entschieden uns nicht hungrig zu warten, ob in einer Stunde ein Platz frei werden würde und versuchten es noch bei zwei anderen Konobas, die jedoch auch vollkommen überfüllt waren. Unsere letzte Chance nicht hungrig ins Bett zu müssen, war dann leider nur noch der Imbiss in der Nähe unseres Stellplatzes. 

Hier gibt es zwar auch die Grillplatten, aber geschmacklich konnte das Essen natürlich mit dem was wir sonst gewohnt sind nicht mithalten. Unseren Hunger auf kroatisches Essen stillten wir die folgenden Tage mit selbst gekochten Djuvec Reis und gegrillten Cevapcici. Sau lecker!

Die Stadt Rovinj

Als nächstes stand noch eine Besichtigung von der Stadt Rovinj bevor. Die Altstadt ist ca. 4 km vom Campingplatz entfernt, wobei der Campingplatz selbst schon zusätzlich einige Kilometer ausmacht. Man kann wunderbar mit dem Fahrrad am Strand entlang fahren, wir entschieden uns jedoch mit Hund zu Fuß zu gehen. Ja richtig, komplett zu Fuß hin und auch wieder zurück. Der Weg ist aber sehr angenehm und führt über wunderschöne Buchten und einen schönen Park direkt in die Stadt rein und ist daher für einen Tagesausflug bei guten Wetter wunderbar zu meistern.

In Rovinj angekommen wird man direkt mit dem schönen Ambiente der Stadt überrascht. Es ist eine Hafenstadt an der Westküste Istriens. Die Altstadt befindet sich auf einer Halbinsel und dort befindet sich auch der große Charme der Stadt. Die Häuser sind eng aneinander gebaut und stehen unmittelbar am Meer. Die Gassen sind eng und verwinkelt, laden aber zum Bummeln und entdecken ein.  Bei Nässe muss man hier ganz schön aufpassen, da die Pflastersteine rutschig werden können. Aber wir hatten zum Glück super Wetter. 

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Auf einem Hügel, zentral gelegen findet man die Kirche, auf dessen Turmspitze die Heilige Euphemia die Stadt bewacht. Der Ausblick von hier oben auf das Meer und die umgebenden Inseln ist einfach wunderschön. 

Auch der Rest der Stadt zeigt sich von seiner schönen Seite. Sehenswert sind vor allem der Marktplatz, das alte Stadttor namens Balbi-Bogen und der tolle Hafen der Stadt. Hier haben wir uns dann auch für ein leckeres Mittagessen niedergelassen und wurden nicht enttäuscht.

Auf dem Rückweg konnten wir das üppige Mittagessen wieder abtrainieren. Einen kleinen Halt bei einer Strandbar konnten wir uns dann doch nicht entgehen lassen. Alles in allem ein schöner Tag, den ich gerne so wiederholen würde. 

Das schönste an Kroatien: Das Meer

Am letzten Tag wollten wir nochmal das tolle Wetter genießen und einen Tag am Meer verbringen. Da das Wetter so toll war, hatten wir unglaublich Lust mit einem Boot rauszufahren. Leider hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch kein eigenes Boot, sodass wir uns dazu entschlossen haben, ein Tretboot auszuleihen. Das kostet für eine Stunde ca. 10 EUR und man guckt aufgrund der Nebensaison nicht genau auf die Zeit. Das tolle war, dass wir unseren Hund auch mitnehmen durften. So strampelten wir also los und fuhren bis zur nächsten Insel ran. Das Wasser ist hier so wunderbar klar, dass man Lust hat rein zu springen. Leider waren zu dieser Zeit viele kleine Quallen unterwegs, die zwar harmlos wirkten, aber so richtig traut man den Viechern dann nicht. Trotzdem lohnt sich die Fahrt allein für die tolle Aussicht. Noch besser ist es natürlich, wenn man sein eigenes Boot hat, mit dem raus kann. 

FAZIT:

Campingurlaub in Rovinj bzw. auf dem Campingplatz Polari kann ich bedingt empfehlen. In der Nebensaison kann man mit der ACSI Karte gut Geld sparen und einen tollen Urlaub in Istrien bei guten Wetter (ca. 20-25 Grad) verbringen. Allerdings muss man in der Nebensaison mit einigen Einschränkungen wie zum Beispiel in der Auswahl im Supermarkt oder in Restaurants rechnen – und das trotz gut gefülltem Campingplatz. In der Hauptsaison bekommt man einiges mehr geboten, jedoch auch zu höheren Preisen. Für unseren zweiwöchigen Urlaub haben wir zu zweit mit Hund für Campingplatz, Sprit und Maut ca. 700 EUR bezahlt.

Der Campingplatz bietet viele Freizeitmöglichkeiten für Kinder oder auch Erwachsene, aufgrund der Größe des Campingplatzes kann man sich jedoch auch ruhigere Plätze weit weg vom Trubel aussuchen und einfach die schöne Gegend und das traumhafte Meer genießen. Mit Hunden ist man hier auf jeden Fall herzlich willkommen und hat genug Auslaufmöglichkeiten. Die Altstadt von Rovinj sollte man definitiv besucht haben.

 

Euer Wohnmobilkind

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Unsere Reise nach Rovinj

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