Die vermutlich wichtigste Entscheidung bevor der Urlaub beginnen kann: Ist ein Campingvan, Wohnwagen, Wohnmobil- oder doch lieber ein Zelt die richtige Campingalternative für mich? Wohnmobil mieten oder doch direkt kaufen? Hier erhältst du einige Tipps und Hinweise, die du bei deiner Entscheidung berücksichtigen solltest. 

Egal ob durch Bekannte, die Medien oder durch den inneren Drang – die Entscheidung, dass der nächste Urlaub im Camper stattfinden soll, ist gefallen. Doch jetzt stehst du eigentlich vor der elementarsten Entscheidung – welches Reisegefährt bzw. welches Reisequipment ist das Richtige für mich und meine Liebsten. Wie viel Komfort benötige ich für meine Reise? Ganz schön schwierig oder? Die finale Entscheidung kann ich dir auch nicht abnehmen, aber ich werde die Alternativen aufzeigen, damit es dir leichter fällt. 

Auch wir standen vor der Entscheidung und haben uns letztendlich für den Kauf eines neuen Fiat Weinsberg CaraBus entschieden. Aber ja auch dieser Weg war lang! 

Unser erstes gemeinsames Campingerlebnis führte uns zu einem Tunnelzelt mit Schlafkammern und Aufenthaltsbereich, in dem man auch aufrecht stehen konnte. Zelte gibt es in allen Variationen und Preisklassen. Auch hier gibt es Luxusvarianten die über 1.000 EUR kosten können. Für den Anfang reicht es sich günstige Varianten auszusuchen – schließlich wollen wir ja nicht zu viel Geld ausgeben, oder? Unser Zelt hatte damals 180 EUR bei Obelink gekostet. Für unser Reiseziel Texel in den Niederlanden vollkommen ausreichend, allerdings hat der Aufbau uns alle Nerven gekostet. So will man den Urlaub eigentlich nicht beginnen.

Ein weiterer Nachteil: Die Nächte waren für eine Juniwoche ziemlich kalt! Willst du den Campingurlaub minimalistisch und naturnah halten, dann ist das Zelt die richtige Alternative für dich. Aber sei dir bewusst, dass du dem Wetter vollkommen ausgeliefert bist – und das bedeutet auch bei Stürmen und Starkregen. In Kroatien haben wir es schon erlebt, dass die Zeltnachbarn bei den jährlich vorkommenden Bora Stürmen Ihr Hab und Gut auf dem halben Campingplatz aufsammeln durften. Zelt kaputt – Urlaub vorbei. 

Interessierst du dich also für einen Urlaub mit Zelt, dann beachte bitte folgende Punkte:

  1.  Für wie viele Personen und wie groß muss das Zelt sein? 
  2.  Ist es mir wichtig aufrecht stehen zu können und genügend Platz zum Sitzen zu          haben?
  3. Ist das Zelt wettergeschützt? (Nichts ist schlimmer als in nassen Sachen schlafen zu müssen!)
  4. Wie soll das Wetter an meinem Urlaubsort werden (auch die Nächte!)?
  5.  Habe ich genügend Wechselklamotten und Decken dabei?
  6. Welches Equipment brauche ich zum Kochen und wohlfühlen?

Bevor du unnötig Geld ausgibt, schau doch mal bei der Familie oder Bekannten, ob dort nicht bereits ungenutzte Zelte bereit stehen. Die meiste Zeit liegen solche Dinge doch nur im Keller. Auf jeden Fall sollte das Zelt zuhause mal Probe aufgebaut werden. Glaubt mir, dass erspart dir Streitereien und schont die Nerven 😉

Möglichkeiten von Obelink

Eine etwas professionellere und komfortablere Version von Zelten sind Zeltanhänger. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um kleine Anhänger, die zu einem Zelt aufgebaut werden können. Vorteil ist, dass man zumindest nicht auf dem kalten Boden schläft. Auch hier gibt es unterschiedliche Varianten und Preisklassen. Beachten sollte man jedoch dass man für größere bzw. schwerere Anhänger einen Anhängerführerschein braucht. 

Wo wir gerade über Anhänger sprechen, kommen wir jetzt zu der nächsten Variante: der Wohnwagen

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Ein Wohnwagen war in meiner Kindheit für die Urlaube und Wochenenden ein fester Bestandteil. Egal ob Wohnwagen für 4-5 Personen oder die kleine schnuckelige 2 Personen Variante, Wohnwagen bieten den gleichen Komfort wie Wohnmobile. Dazu gehören unter anderem eine gut ausgestattete Kochzeile und ein Bad. Das tolle ist, dass man vor Wind und Wetter geschützt ist und es immer schön warm bleibt, sofern eine Heizung integriert ist. Zudem ist man flexibel und mobil, weil man jederzeit mit dem Auto wegfahren kann und der Wohnwagen stehen bleiben kann.

Entscheidest du dich für einen Wohnwagen solltest du folgendes beachten:

  1.  Der Wohnwagen muss angemeldet werden und TÜV haben. Sofern du nur in den Sommermonaten verreisen möchtest, lohnt es sich ggf. ein Saisonkennzeichen zu nehmen. 
  2. Natürlich muss dein Wohnwagen auch versichert werden. Die günstigsten Haftpflichtversicherungen kosten ca. 16,- EUR im Jahr, Teilkasko mit 150,- EUR Selbstbeteiligung ca. 110,- EUR
  3. Dauercamper brauchen, sofern der Wohnwagen nicht bewegt wird, keine Haftpflichtversicherung, allerdings gesonderte Versicherungen. Dies ist auch oft Voraussetzung für den Pachtvertrag mit dem Campingplatz
  4. Brauche ich für die Größe des Wohnwagens einen Anhängerführeschein? In der Regel ja, bitte nicht vom Leergeweicht ausgehen, vollbepackt kommen noch einige Hundert Kilogramm dazu z.B. Gasflasche, Campingmöbel, Fahrräder usw.

Als nächstes kommen wir zu den umgebauten MultiVans, die es von sämtlichen Automarken wie z.B. VW gibt. Zu unterscheiden ist ein Selbstumbau und vom Werk aus umgebaute Fahrzeuge. Ich denke der gravierende Unterschied liegt auf der Hand: der Preis! Vom Werk aus umgebaute Neuwagen kosten teilweise über 50.000 EUR je nach Marke. Ein ordentlicher Preis, wenn man bedenkt, dass man kein Raumwunder gekauft hat. 

Allerdings muss man zu geben, dass die Aufteilung und Ausstattung ihren Preis durch aus wert ist. Schade ist jedoch, dass es meistens lediglich Platz für Bett und Küche gibt, ein Bad mit Toilette ist hier nicht vorhanden. Es gibt zwar Modelle, in der kleine Toiletten integriert sind, aber – hey ein wenig Privatsphäre und Abstand zum Esstisch sei doch jedem gegönnt, oder? 

Ist man handwerklich begabt und ein leidenschaftlicher Tüftler, so lohnt es sich über einen Selbstumbau nachzudenken. Vorteil ist, dass man sich den Innenraum nach eigenen Wünschen und Vorstellungen einrichten kann. 

Wann ist ein MultiVan die richtige Variante für deinen Campingtraum? Wenn die Größe und Ausstattung dir zu sagen und der Preis für dich kein K.O.-Kriterium ist, dann solltest du dir die verschiedenen Modelle mal genauer anschauen. Ich muss zugeben, mit dieser Variante haben wir auch geliebäugelt. Denn meines Erachtens bieten diese Fahrzeuge einen ganz entscheidenden Vorteil: Sie sind als Alltagsfahrzeug durch die Größe und Unauffälligkeit im Aussehen durchaus denkbar. Und das bedeutet eine Reduzierung der Unterhaltskosten wie z.B. Versicherungskosten. Klasse! Allerdings ist man trotz des hohen Preises auch eingeschränkt, da ein Badezimmer aufgrund der Größe nicht integrierbar ist. Somit gehören nächtliche Toilettenwanderung leider zu deinem Campingtraum dazu. 

Kommen wir nun zur der Königsklasse aller Campingvarianten: das Wohnmobil. Nach einigen Erfahrungen stand für uns relativ schnell fest, dass ein Wohnmobil für uns das Richtige ist. Dann noch ein harmloser Besuch einer Campingmesse und die Entscheidung für unser jetziges Modell war getroffen. 

Solltest du mit dem Gedanken spielen dir ein Wohnmobil zu kaufen, besuche unbedingt eine Wohnmobilmesse. Denn auch bei dieser Variante wirst du mit Modellen, Marken und unterschiedliche Ausstattungen überhäuft. Soll es ein Kastenwagen, voll oder teilintegriertes Wohnmobil  oder Alkoven sein? Oder doch lieber die Luxusvariante? Und du merkst schon, wir sprechen hier noch nicht über die verschiedenen Möglichkeiten im Innenraum. Was zu dir passt kannst du auf einer Wohnmobil bzw. Campingmesse somit gut herausfinden.

Für uns stand schnell fest, dass ein Kastenwagen unsere Vorstellungen am besten trifft. Vorteil an Kastenwagen ist, dass diese durch ihr große Kofferraumtür auch als Alltagshelfer einsetzbar sind. Größere  Möbelstücke oder ein Einkauf im Baumarkt – kein Problem. Und auch als Alltagsauto ist ein Kastenwagen denkbar – haben wir jedenfalls das erste halbe Jahr gemacht und es hat funktioniert.

Unser Wohnmobil

Natürlich muss es auch nicht das neuste Modell sein – schau beim nächsten Campinghändler oder auf Onlineportalen nach Privatanzeigen, ob hier etwas dabei ist. Hier aber Achtung: die meisten Gebrauchtwagen beim Händler sind ehemalige Mietfahrzeuge. Das ist grundsätzlich nicht schlimm, bedeutet allerdings, dass diese durch viele – zum Teil unerfahrene –  Hände gegangen sind. Daher bei der Besichtigung genauestens nach den kleinsten Mängel schauen, damit diese vom Händler noch beseitigt werden können. Damit sind vor allem sämtliche Knöpfe und Griffe aber auch die Technik des Fahrzeuges gemeint. 

Solltest du für einen Kauf doch noch zu unsicher sein, hast du noch eine tolle Möglichkeit zum Testen: für den nächsten Urlaub ein Wohnmobil mieten. Hier gibt es online verschieden Portale zum Beispiel von ADAC oder McRent, wo du dich über Modelle und Verfügbarkeiten informieren kannst. Ein Wohnmobil mieten kostet dich für einen zweiwöchigen Urlaub zwischen 1400,00 – 2000,00 EUR je nach Modell. Hinzu kommen noch eine Kaution per Kreditkarte von ca. 1000,00 – 1500,00 EUR. Darüber hinaus muss man noch weitere Kosten wie zum Beispiel Extragebühren für die Mitnahme eines Hundes und allgemeine Reinigungskosten oder bei Bedarf Campingmöbel berücksichtigen. Klingt teuer – ist es auch. Aber trotzdem günstiger als ein eventueller Fehlkauf, den man schnell bereut. 

Daher probiere aus, gehe auf Messen und oder frag doch einfach den netten Campingnachbarn nach seinen Erfahrungen. Vielleicht muss man erstmal klein anfangen, bevor man diese grundlegende Entscheidung final treffen kann. Und vielleicht weckst du dann das Wohnmobilkind in dir. 

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Die elementare Entscheidung
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