01. die Einreise

Die Fahrt von Deutschland nach Schottland ist am Besten mit der Fähre  möglich. Wir sind von Calais/Dünkirchen nach Dover übergesetzt. Von dort aus sind wir bis nach Schottland gefahren. Es gibt aber auch von Calais die Möglichkeit mit seinem Gefährt durch den Eurotunnel im Zug zu fahren. Die Fahrt dauert fast genauso lang wie die Fähre, kostet aber ungefähr das Doppelte. Wer sich die Fahrt durch England ersparen möchte, kann auch Fähren bis nach Newcastle buchen. Diese sind natürlich deutlich teurer und die Fahrt dauert von Amsterdam aber locker 16 Stunden. 

Wer also mit Hund unterwegs ist, sollte sich genau überlegen welche Alternative die richtige ist. Auf den langen Fährfahrten kann man gegebenenfalls eine Haustierkabine mitbuchen, sodass die Haustiere nicht im Wohnmobil oder in speziellen Hundeboxen, sogenannte Hundehotels, verweilen müssen. Für uns war daher die Überfahrt bis nach Dover die richtige Alternative, Monty musste lediglich ca. 1,5 Stunden im Wohnmobil ausharren. Die Hin- und Rückfahrt kostete uns ca. 200 EUR. Sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt konnten wir übrigens einige Fähren vorher nehmen. Solang noch Kapazitäten frei sind, kann man also viel früher übersetzen als geplant war. 

Solange der Brexit noch nicht durch ist,  ist die Einreise ganz einfach mit Personalausweis möglich. Wenn du mit Hund reist, bitte unbedingt an den Impfpass denken und die notwendigen Impfungen, wie zum Beispiel gegen Tollwut, durchführen lassen. Wichtig ist, dass in den letzten 5 Tagen vor Einreise eine Wurmkur von einem Tierarzt bestätigt wird. Nach Sichtung der Papiere, wurde zusätzlich noch der Chip ausgelesen. Bei unserer Einreise wurden wir zudem vom Zoll kurz durchsucht. Neben unseren Ausweisen, kamen die Zollbeamten in unseren Weinsberg und schauten offensichtlich, ob wir blinde Passagiere dabei haben. Nach zwei Minuten war dieses Procedere wieder vorbei und die Zollbeamten die ganze Zeit über sehr freundlich. 

02. Fahrt durch England

Wer nicht die direkte Fähre nach Newcastle nimmt, dem steht eine lange Fahrt über die englischen Autobahnen bevor – so wie uns. Wir haben die Fahrt Richtung Schottland an einem Tag geschafft, auch wenn Björn am Ende des Tages ganz schön müde war. Neben der Umgewöhnung auf den Linksverkehr, mussten wir uns auch an die gedrosselte Geschwindigkeit auf englischen Straßen gewöhnen. Auch wenn unser Navi uns zumindest die Geschwindigkeit in Meilen umrechnete, verwirrte uns die englischen Geschwindigkeitsbegrenzungen in Meilen schon etwas. Nach kurzer Testphase, war Björn aber recht sicher im Linksverkehr unterwegs. 

Wenig informiert waren wir über das Mautsystem in England. Grundsätzlich sind die Autobahnen und Straßen mautfrei, es gibt aber bestimmte Abschnitte und Tunnel, die mautpflichtig sind. So haben wir unbewusst eine Mautstraße nahe bei London passiert. Überhaupt nicht schlimm, wenn man das Mautsystem verstanden hat. Haben wir aber nicht, sodass wir Wochen später zuhause eine unschöne Überraschung in der Post hatten.

Es ist eigentlich relativ simple, sich mit dem Mautsystem in England vertraut zu machen. Wenn man weiß wie und wo, man bezahlen kann.  Um die fällige Maut zu begleichen, muss man vor oder spätestens 24 Stunden vor Durchfahrt der Mautstraße, diese begleichen. Das kann man wohl online, telefonisch oder in bestimmten Shops. Bei der Durchfahrt werden die Kennzeichen gefilmt, um die Bezahlung zu überprüfen. Tja, da wir das nicht so wirklich verstanden haben, haben wir gedacht, dass das Bezahlverfahren ähnlich wie in Norwegen läuft.

Dabei wird jedes Fahrzeug auch elektronisch erfasst und der Fahrzeughalter erhält eine Gebührenrechnung von Euro Parking Collection (EPC). Vor der Reise kann man sein Fahrzeug online bei EPC registrieren und ein persönliches Konto einrichten. Tja und was soll ich sagen, von EPC haben wir auch die nette Post erhalten, wo wir anstatt von 2,95 EUR für die Maut ca. 86 EUR zahlen sollten. Man erhält 2 umfangreiche Schreiben, zum Glück auf Deutsch, aber trotzdem sehr kompliziert formuliert. So richtig haben wir es erst durch einen Artikel verstanden, was nun zu tun war. Schaut doch mal hier vorbei: 

ADAC Link
(unbezahlte Werbung, da Verlinkung!).

Genau wie in dem Artikel beschrieben, sind wir nämlich vorgegangen, haben sofort die fällige Maut überwiesen und noch einen Einspruch für die Gebühren geschrieben. 1-2 Wochen später haben wir dann auch die Bestätigung von EPC bekommen, dass die Schuld beglichen ist und keine weiteren Gebühren gezahlt werden müssen. Puuuhh nochmal Glück gehabt. Für das nächste Mal sind wir besser informiert!

03. die Währung

In England und Schottland wird mit Pfund Sterling bezahlt. 1 Euro sind circa 0,90 Pfund (Stand August 2019). Geld abholen kannst du fast überall mit deiner Kreditkarte oder deiner Bankkarte. Bezahlen mit Kreditkarte wird fast überall akzeptiert, je weiter man in die Highlands kommt, sollte man jedoch auch über Bargeld verfügen. Besonders kleine Campingplätze oder Läden nehmen keine Kartenzahlung an. Leider hat unsere Kreditkarte trotz Master Card Zeichen bei einer Bank nicht funktioniert, bei der Bank of Scotland war dies dann aber kein Problem. Schottische Banknoten sehen übrigens anders aus, werden aber in der Regel auch in England akzeptiert. 

04. die Sprache

Gesprochen wird natürlich englisch, das schottische Englisch hört sich aber etwas anders an und man muss bei den Einheimischen schon etwas genauer hinhören. Etwas Englisch sollte man schon können, ansonsten ist man hier schon ziemlich aufgeschmissen. 

05. das Essen

Typische Gerichte, die man in Schottland probiert haben muss ist – welch Überraschung – Fish `n`Chips und Haggis Burger. Wirklich empfehlenswerte Haggis Burger haben wir auf der Isle of Skye gegessen. Der Besuch des Kilt Rock war nicht so besonders toll, dafür haben wir uns etwas Gutes zum Mittagessen gegönnt. Tatsächlich war es ziemlich lecker und hat mehr nach Frikadellen Burger geschmeckt. 

Richtig leckere Fish`n`chips haben wir am Loch Ness in Fort Augustus gegessen. Mhhhh ich kriege wieder Hunger!!! 

Lebensmittel sind im Vergleich deutlich teurer als in Deutschland. Um Geld zu sparen, haben wir bereits einige Lebensmittel und Getränke auf Vorrat für den Urlaub gekauft und nur frische Lebensmittel unterwegs besorgt. Mit unserer Kochfläche und unserem Omnia Backofen konnten wir somit leckere und preiswerte Gerichte zaubern. 

06. Camping in Schottland

Camping ist weit verbreitet und es gibt an den beliebten Ortschaften und Sehenswürdigkeiten genügend Möglichkeiten zu Campen. ACSI ist wenig verbreitet und wird meist nur für bestimmte Plätze akzeptiert. Da wir auf bestimmte Campingplätze nahe bestimmter Städte oder Sehenswürdigkeiten  wollten, gab es für uns keine Möglichkeiten unsere ACSI Card zu nutzen. Bezahlen mussten wir immer im Vorhinein mit unserer Kreditkarte oder in Bar (auf kleinen Campingplätzen). Im Durchschnitt haben wir für die Campingplätze in der Nebensaison ca. 27 EUR pro Nacht gezahlt. Hunde waren oftmals inklusive und gerne gesehene Gäste. 

Die Campingplätze sind oft geräumig und es gibt sowohl Wiesenplätze als auch Plätze mit festem Untergrund. Die Sanitäranlagen der Campingplätze sind oft etwas altbacken gewesen und entsprechen nicht dem deutschen Standard. Aber für eine schnelle Dusche war es ausreichend, auch wenn man seine Badelatschen wirklich nicht vergessen sollte. Chemietoiletten, Abwasserentsorgung und  oftmals Hundeduschen gehören zum Standard der Campingplätze. 

Wer nicht auf den Campingplätzen übernachten oder einfach nicht so viel Geld ausgeben möchte hat in Schottland Glück. Hier gilt das Jedermanns Recht, was einen befugt überall übernachten zu dürfen. Ausgenommen sind jedoch Privatgrundstücke. Dieses Jedermanns Recht gilt jedoch offiziell für nicht motorisierte Camper, das bedeutet jeder kann mit einem Zelt in der Wildnis übernachten. Wohnmobile und Wohnwagen betrifft dies nicht, werden aber in der Regel geduldet, wenn man sich ordentlich verhält. 

Besonders in den Highlands haben wir öfters Wildgecampt, was uns erst ein mulmiges Gefühl verschaffte, war nach der ersten Nacht kein Problem mehr. Man sollte nach Möglichkeit sich Parkbuchten aussuchen, die etwas abseits der Straße sind. Erstens ist dies ruhiger und zweitens auch etwas sicherer. Wer weiß wer nachts mit völliger Übermüdung das seitlich stehende Wohnmobil übersieht?

Außerdem kann man sich sicherer draußen bewegen, wenn der Hund kurz mal raus muss. Oftmals standen wir über Nacht auch mit anderen Campern in einer Parkbucht, sodass man sich gar nicht so einsam fühlte.  An einigen Plätzen war sehr deutlich gekennzeichnet, dass kein Overnight Camping gestattet ist, oftmals in der Nähe von Campingplätzen oder anderen Sehenswürdigkeiten. Das sollte man auch nicht ignorieren, da Ordnungswächter auch gerne mal vorbei kommen. Könnte teuer werden 😉

08. Wandern in Schottland

Für jeden Wanderfreund ist Schottland ein Paradies. Kilometerweite Wälder, Nationalparks und traumhafte Berglandschaften. Die Landschaft hat einiges zu bieten und ermöglicht dir, egal ob als Anfänger oder als Hardcore-Wanderfreund, die wundervolle Natur zu genießen.  Draußen aufhalten ist definitiv ein Muss – wenn es gerade nicht aus allen Wolken schüttet. Zum Wandern empfiehlt es sich, Regenfeste Kleidung mitzunehmen. Das Wetter ist sehr unbeständig! Festes Schuhwerk, regenfeste Kleidung und genügend Proviant gehört zur Grundausstattung dazu. Auf den Berglandschaften oder in den Nationalparks gibt es selten Hütten, man trifft nur auf Natur und vielleicht noch andere Wanderer. 

09. Hunde in Schottland

Zu den strengen Einreisebestimmungen habe ich dich bereits oben informiert. Ansonsten ist Schottland ein sehr hundefreundliches Land. Die Campingplätze erlauben  in der Regel Hunde. Nur auf einem Campingplatz durften wir nicht mit Monty. Grund war, dass gerade frische Lämmer geboren wurden, sodass man sich vor neugierigen Hunden fürchtete. Es gibt genügend Hundegassiwege, oftmals gibt es Hundetoiletten und –duschen. Allerdings besteht überall eine Leinenpflicht und selbstverständlich sollten die Hinterlassenschaften deines Hundes weg geräumt werden.

In Restaurants sind Hunde grundsätzlich nicht erlaubt. Bei Restaurants mit Außenterassen, kann man die Kellner nett fragen, ob man damit Hund dort speisen kann. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei Restaurants mit Außenterassen, Hunde willkommen sind, wenn ihr schon das Wassernäpfchen dort stehen seht.

10. das Wetter

Das schottische Wetter hat einen bestimmten Ruf – und das tatsächlich zu Recht. Unsere Junitour war teilweise ziemlich verregnet, auch wenn dies die Highlands ja irgendwie ausmacht, war uns das manchmal etwas zu viel. Da wir im Osten gestartet sind, Edinburgh dann die Ostküste hoch, haben wir die ersten Tage eigentlich ganz gutes Wetter gehabt. Teilweise sogar strahlend schöner Sonnenschein. Je höher wir fuhren, und je weiter in den Westen, desto schlimmer wurde das Wetter. Meist ist die westliche Küste verregneter, die Wolken entleeren sich und wandern in den Osten, wo sie nicht mehr ganz so viel Regen übrig lassen. Wetterfeste Kleidung sollte in jedem Fall mit ins Gepäck. 

Ich hoffe unsere Hinweise sind dir eine gute Hilfe für die Planung deines Schottlandurlaubes. Wenn dir noch weitere Dinge einfallen, lasst uns doch gerne einen Kommentar da oder schreib uns eine E-Mail.

Dein Wohnmobilkind 

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